Auf Wiedersehen, Trondheim – Hallo Abenteuer!

Etwas wehmütig haben wir uns von Trondheim verabschiedet – die Stadt hatte uns schon ein bisschen ins Herz geschlossen. Aber der Norden ruft nicht, der Süden wartet! Und so hieß es: Motor an, auf zur nächsten Etappe.

Kurz nach Opptal, ein kleiner, privat geführter Campingplatz, Megalaupe (nach dem Wasserfall benannt) empfohlen von Bekannten aus der Schweiz, die kurz zuvor dort gewesen waren. Und dieser Platz hatte ein Ass im Ärmel: Nur zehn Minuten Fußweg entfernt rauschte ein gewaltiger Wasserfall Megalaupet in die Tiefe. Wir standen da, spürten den Sprühnebel im Gesicht und dachten: Wenn Wasserfälle sprechen könnten, würde dieser hier ganz sicher „Wooooshhh!“ schreien.

Wir wollten eigentlich gemütlich Richtung Lillehammer rollen, aber die E6 hatte da andere Pläne mit uns: Kolonnenfahrt vom Feinsten. Stopp & Go, mehr Stopp als Go. Nach einer Weile hatten wir davon ordentlich die Nase voll – und entschieden kurzerhand, die Route zu ändern. Ein kleiner Schlenker über die Straße Nummer 29 in Richtung Volldal. Ab Volldal biegen wir auf die 27 weiter über Enden, direkt zum Rondane-Nationalpark. Und was sollen wir sagen? Beste Entscheidung!

Die Straße schlängelte sich durch beeindruckende Landschaften – fast verkehrsfrei und mit Ausblicken zum Niederknien. Irgendwann trug uns die Straße auf 1070 Meter Höhe – ab da beginnt die baumfreie Zone. Und plötzlich war alles weit und offen: sanfte Hügel, mächtige Felsen, und hin und wieder ein paar urige Holzhäuser mit begrünten Dächern. Kein Scherz – da wuchsen richtige Bäume auf den Häusern!

Wir fuhren durch kleine Feriendörfer, vorbei an Reitställen, und natürlich – wie könnte es anders sein in Norwegen – begegneten wir Schafen, die seelenruhig am Straßenrand grasten, als wäre es ihre Wiese.

Die Weiterfahrt über die Straße 27 war ein echtes Highlight – fast schon meditativ. Natur pur, kein Stress, keine Kolonne – einfach nur wow.

Wir beobachteten im Nationalpark, dass der Waldboden wie auch die Berge mit einer weißen Flechte überzogen waren. Also mal schnell Google aktiviert und siehe da, es handelt sich um die Alpen-Rentierflechte. Diese ist eine weit verbreitete Flechtenart, die oft in nördlichen Regionen und Gebirgslandschaften vorkommt. Sie bildet dichte buschige Polster mit einer hellgrauen bis weißlichen Farbe. Einmal richtig wahrgenommen, wirken die Berge wie mit einer Zuckerglasur überzogen.

Wieder auf der E6 bei Ringebu reihte man sich dann zähneknirschend in den Verkehr ein. Doch nicht lange, denn wir hatten einen Geheimtipp kurz nach Oppdal.

Am nächsten Morgen zog es uns weiter nach Lillehammer, der Olympiastadt von 1994. Es war Sonntag – perfekt für einen ruhigen Bummel durch die fast menschenleere Innenstadt. Und tatsächlich: Trotz Olympia-Ruhm hat sich Lillehammer seinen dörflichen Charakter bewahrt. In aller Ruhe tranken wir Kaffee und schlenderten zur Lillehammer Church. Die Kirche Sor-Fron ist eine Pfarrkirche und gilt als das großartigste Gebäude aus dem 17. Jahrhundert im Gudbrandtal. Und was für eine Kirche! Nicht nur von außen hübsch, sondern innen mit einer himmelblauen Decke, die einen wirklich das Gefühl gab, unter freiem Himmel zu sitzen. Schön und ungewöhnlich.

Von Lillehammer aus führte unser Weg entlang des größten Sees Norwegens – dem Mjøsa-See, ganze 116 Kilometer lang! Auch hier legten wir einen Stopp ein, wieder auf einem Campingplatz. Der war zwar sehr groß und ziemlich von Dauercampern bevölkert, aber für eine Nacht mit Seeblick hat’s wunderbar gepasst.

Nun über die Autobahn nach Oslo. Dort steuerten wir wieder den Top Camping Bogstad an – und legten mal so richtig den Leerlauf ein. Keine Ausflüge, kein Programm, einfach mal faul sein. Ein Spaziergang zum Bogstadvannet (See) ein bisschen lesen, ein bisschen dösen – genau das, was man nach vielen Tagen voller Eindrücke braucht.

Heute den 3.7 fuhren wir direkt nach Kristiansand – letzte Station in Norwegen. Bei wirklich blauem Himmel, spazierten wir in die City von Kristiansand. Mei war da was los. Heute ist Rabatttag wurde uns erklärt, daher unter der Woche ein Andrang. So schlenderten wir auch zur Domkirche eine neugotische Kirche, deren Bau 1885 abgeschlossen wurde. Es ist eine Bischofskirche des evangelisch-lutherischen Bistums Agder und Telemark. Leider war sie geschlossen und so konnten wir keinen Eindruck vom Inneren gewinnen.

Wir liefen einfach der Nase nach und kamen am Austerhafna (Marine) vorbei um weiter zum Fish Market zu gelangen. Mei riecht es hier lecker nach Fisch. So beschlossen wir spontan ins Restaurant zu gehen. Das Essen (Fish&Chips und Taco mit Fischfüllung) war göttlich und wir rundeten dies mit einem Weißwein ab.

Und Morgen wird uns die Fähre zurück aufs europäische Festland bringen, nach Dänemark. Drei Tage früher als geplant. Warum? Der Wetterbericht kündigte Regen satt an. Und so schließt sich der Kreis: Unsere Reise hat mit Regen in Helsinki begonnen, und sie endet mit Regen in Kristiansand.

Dazwischen? Sonne, Wolken, Niesel, aber größtenteils perfektes Reisewetter. Norwegen, du warst großartig.

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