Endlich….

Endlich! Seit gefühlten hundert Jahren wünsche ich mir, einmal im hohen Norden Polarlichter zu sehen. Mein Mann hingegen findet Kälte ungefähr so attraktiv wie einen Zahnarzttermin ohne Betäubung – also war schnell klar: Er bleibt zuhause. Zum Glück erklärte sich meine Tochter Daniela mutig bereit, mich zu begleiten.

Und so planten wir die Reise gleich mit einem besonderen Ziel: An meinem 75. Geburtstag wollten wir im hohen Norden stehen und nach Polarlichtern Ausschau halten. Wenn schon Geburtstag, dann richtig!

Los ging es von La Gomera über Teneriffa nach München. Dort warteten bereits meine extra angeschafften Wintersachen – so warm, dass man damit vermutlich auch eine kleine Expedition zum Nordpol überstehen könnte. Man weiß ja nie.

Am 10. Februar starteten Daniela und ich dann über Paris Richtung Tromsø. Schon der Flug war ein Erlebnis: Unter uns weiße Berge, dazwischen dunkles Meer – als hätte jemand großzügig Puderzucker über die Landschaft gestreut.

In Tromsø angekommen, landeten wir auf einem kleinen, fast gemütlichen Flughafen. Kaum draußen, merkten wir: Ja, das hier ist wirklich der Norden. Kalt. Sehr kalt. Aber wir waren bestens eingepackt – zumindest theoretisch.

Mit dem Taxi ging es direkt zu unserem Hotel mitten in Tromsø. Schon die Fahrt war beeindruckend: riesige Schneehaufen, dicke Schneedecken auf den Dächern und überall Winter pur. Trotzdem fühlte ich mich sofort wieder wohl – fast wie bei meinem Besuch im Sommer, nur… mit deutlich mehr Schnee.

Kaum hatten wir unsere Sachen ins Zimmer geworfen und uns noch winterfester angezogen, zog es uns auch schon hinaus, um die Stadt zu erkunden. Die Straßen waren mit Schnee bedeckt, darunter Eis – also eine Mischung, bei der man automatisch anfängt, in kleinen vorsichtigen Pinguinschritten zu laufen.

Die Fußgängerzone hingegen war komplett schneefrei. Auch einige Gehwege. Erst rätselten wir, dann wurde uns klar: Die sind tatsächlich beheizt! Da läuft man durch eine tief verschneite Stadt und plötzlich hat der Boden Fußbodenheizung. Verrückte Welt.

So schlenderten wir durch Tromsø, staunten, froren ein bisschen, freuten uns aber umso mehr über dieses Wintermärchen. Am Abend gingen wir gemütlich essen und ließen den Tag ausklingen.

Allerdings waren wir seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. Die Müdigkeit siegte schließlich über unsere Abenteuerlust – und so landeten wir ziemlich früh, aber sehr zufrieden im Bett.

Der Norden konnte kommen. Und hoffentlich auch die Polarlichter.

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