Pfingstsamstag, haben wir Helsinki hinter uns gelassen und sind am Vormittag aufgebrochen – über die Autobahn Richtung Toku. Die Fahrt war überraschend abwechslungsreich, ein kleines Erlebnis für die Augen: endlose Birkenwälder, dazwischen dunkles Nadelgrün und schöner Mischwald. Immer wieder öffnet sich die Landschaft, Felder und Wiesen breiten sich aus, und zwischendrin tauchen kleine Bauernhöfe auf – einige sogar mit Pferden. Und natürlich: die Seen. Mal größer, mal kleiner – aber alle mit dieser typischen finnischen Ruhe, die einem sofort eine gewisse Gelassenheit einflößt.
Toku – die älteste Stadt des Landes. Von der Gründung im 13. bis ins 19. Jahrhundert war Turku die wichtigste Stadt Finnlands.
Toku selbst hat unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt. Die Reiseberichte hatten uns irgendwie ein anderes Bild vermittelt – lebendiger, vielleicht auch charmant-skurril. Vor Ort fanden wir es eher unspektakulär. Trotzdem haben wir uns die Zeit genommen, einen Kaffee zu trinken und ein wenig durch die Stadt zu schlendern, bevor es weiterging nach ….

Uusikaupunki – Hier sind wir dann auf einem kleinen, richtig netten Campingplatz direkt am Wasser gelandet – ein Glücksgriff! Seit ein paar Stunden genießen wir die Stille, das sanfte Plätschern des Wassers und die frische Luft. Freuen uns auf morgen, wenn wir die Stadt erkunden – bevor es dann weitergeht in Richtung Vaasa.
Der Campingplatz ist ein Juwel, kann man nur sagen. Die Küstenstadt, Uusikaupunki, ebenso, es hat uns fasziniert mit seinen 600-historischen Holzhäuschen (nicht alle angesehe) und einer ganz süßen Atmosphäre.

Also weiter nach Vaasa. Die Strecke, lange gerade Straßen, aber immer abwechslungsreich fürs Auge. Mal Pferdefarmen, mal Landwirtschaft, wieder Wälder. Kleine Ansiedlungen mit ihren markanten Holzhäusern. Dann einen süßen kleinen Kaffee am Rande des Weges in einem uralten Holzhaus mit einer ganz tollen Atmosphäre Cafe und leckeren Kuchen genossen.
Schon eine Stunde vor Vaasa hat es begonnen zu regnen. Somit war es kein Wunder, wie sollte es auch anders sein bei uns, Ortsbesichtigung im Regen. Mit Schirm und Charme ohne Melone, waren wir unterwegs. Sind an der Kirche und Rathaus vorbei gebummelt und auch den Wasserturm haben wir gesehen, als wir unter unserem Regenschirm geschaut haben.

Aber ansonsten war vielleicht auch der Regen schuld, uns Vaasa nicht unbedingt einladend gewirkt hat. Also kurzerhand entschlossen Plan B zu aktivieren.
Es soll am Hafen von Brudhamm einen kleinen Ort ein paar Womo Stellplätze geben. Nach einer knappen halben Stunde das Idyllische Fleckchen erreicht. 11 Plätze mit Strom, Auch der Kiosk ist da und hat auch noch offen. Begeisterung gab es für die beiden Sanitärbereiche. Badezimmer eins für die Herren und eins für uns Damen. Diese sind beheizt. Mei macht da das duschen Spaß.
Leider immer noch heftiger Regen. Nach dem Abendessen schlief der Regen ein. Regen muss wohl den Wetterbericht gelesen haben und so durften wir noch die Untergehende Sonne bewundern. Auch rafften wir uns auf zu einem Spaziergang um das nette Fleckchen zu erkunden.
Welch ein wunderbarer Sonnenuntergang.

Den mystischen Ort haben wir heute am Pfingstmontag verlassen um nach Oulu zu „düsen.“.
Bei herrlichem Wetter, blauen Himmel, Sonnenschein uns auf die Landstraße begeben. Wie schon die letzten Tage, war die Fahrt sehr abwechslungsreich. Auch begleitete uns überwiegend ein gelber Streifen am Fahrbahnrand – blühender Löwenzahn.
Ja, nach dreieinhalb Stunden Fahrt mit kurzer Unterbrechung zum Kaffee trinken, um dann wieder weiter auf der Schnurgeradenstraße nach Norden in die fünftgrößte Stadt Finnlands und die nördlichste Großstadt der Europäischen Union Oulu zu gleiten. Gleiten ist übrigens das richtige Wort. Mehr als 100kmh darf man nicht fahren. Diese Geschwindigkeit wird vor jeder Kreuzung abrupt abgebremst auf 80 oder 60kmh. Übrigens danach ist immer ein Blitzer, immer.
Dank Google Map einen tollen Parkplatz mitten in der Oulu City, gefunden, und es war sogar noch ein Platz frei. Neben dem Parkplatz war ein Markt, den haben wir uns natürlich auch einverleibt und, bitte nicht erschrecken, griechisches Gyros gegessen. Herwart sein Magen knurrte und somit hat uns gelüstet, statt Bratwurst.

Natürlich vorher durch die City gelaufen. Abwechslungsreich alte Häuser und Moderne bewundert. Ja Oulu hat etwas. Am Rathaus vorbei, durch die Fußgängerzone, mal links, mal rechts und schon standen wir vor der Markthalle. Wieder mal ein umwerfendes Gebäude aus Stahl und Glas. Windig ist es auch hier, die Sonne scheint bei 14 Grad, es ist warm, was man an der Kleidung der Menschen in Oulu erkennen kann. Kurze Hosen und Shirts und die Mädels im Minirock. So haben wir einen kleinen Einblick in die Stadt bekommen.
Da es erst Spätnachmittag war, entschlossen wir uns auf den naheliegenden Campingplatz zu fahren und Wäsche zu waschen. Ja auch das muss.