14.11. Freitag
So faul wie gestern konnte es natürlich nicht weitergehen. Also beschlossen wir: Wir mieten Roller! Am Anfang des Ortes Mui Ne fanden wir eine Rollervermietung, und ruckzuck waren wir stolze Besitzer zweier knatternder Gefährte.
Der Plan war eigentlich klar: ab zum Kap! Voller Tatendrang düsten wir los – anfangs noch leicht holprig, danach schon fast elegant – durchs Fischerdorf Mui Ne, das sich über viele Kilometer zog. Gesäumt von Hotels , Geschäften für alles Mögliche.unterbrochen von Baustellen, immer der Idee nach, irgendwann das Kap Ganz da Müi Ne zu erreichen.
Aber: Irgendwie… schafften wir es nicht. Einmal war die Straße einfach zu Ende. Ende Gelände – wortwörtlich. Also wieder umdrehen, zurückfahren, unterwegs einen Kaffee schlürfen und schließlich zum Hotel, um eine kleine Pause einzulegen und dem Hinterteil etwas Regeneration zu gönnen.
Mittlerweile hatten wir uns richtig an das Fahren mit dem Roller hier gewöhnt. Hupen ist übrigens das Wichtigste – denn Hupen heißt schlicht: „Ich komme!“ Und so funktionierte das erstaunlich gut um sich hier im Verkehr zu behaupten.
Mit jedem Kilometer wurde ich sicherer im Überholen, Überholt werden und dem ständigen Links-und-rechts-ausweichen, das hier ganz selbstverständlich zum Straßenbild gehört. Irgendwann lief es fast schon spielerisch – man muss sich nur auf den Strom einlassen.
Am Nachmittag starteten wir Teil 2 unseres Roller-Abenteuers, diesmal in die andere Richtung nach Phan Thiet. Am Fluss Ca Ty River bewunderten wir die vielen bunten Fischerboote und natürlich die runden „Salatschüssel“ die sogar teilweise eine Steuerung hatten. Und weiter wollten wir zu einem Kap dem Bai Biene Thuong Chanh. Und wieder schafften wir es nicht. Ein Déjà-vu auf zwei Rädern.
Breit begann die Straße, wurde immer schmäler. Fast dachte man dass wir durch die Wohnzimmer der Häuser führen so eng wurde die Gasse. Also wieder kehrt und zurück zur Hauptstraße.
Auf dem Rückweg entdeckten wir sogar etwas abseits den Tempel Buu Son. Der sich auf einem Hügel befand. Wir schlenderten durch die Anlage und genossen einem wirklich wunderbaren Blick über die Stadt.
Weiter auf dem Rückweg entdeckten wir dann doch noch das Fish Soßen Mueseum, das aber erst. Irgendwie wieder öffnet. Das Fischsoßen-Museum? Fehlanzeige.
Zurück im Hotel gab es eine weitere kleine Pause, bevor wir abends nochmal in die City düsten.
Der Abend im Waikiki – Bier ohne Gläser und Fleischspieße zum Träumen
Schon bei unserer Radltour hatten wir das Restaurant Waikiki entdeckt und beim späteren Kaffeetrinken einen Blick in die Speisekarte geworfen. Alles sah vielversprechend aus – also beschlossen wir, bevor wir die Roller zurückgeben, dort essen zu gehen. Mit dem Roller ein Klacks – zu Fuß wären es gut 40 Minuten gewesen. Und bequem waren wir ja mittlerweile.
Im Waikiki angekommen, bekamen wir einen wirklich netten Tisch zugewiesen. Wir bestellten zwei Bier mit Gläsern. Das erste Bier kam – ohne Gläser. Dann kam das zweite Bier, kurz darauf sogar ein drittes, aber von Gläsern nach wie vor weit und breit keine Spur.
Irgendwann stand Herwart auf, ging zur Theke und holte sich die Gläser einfach selbst. Problem gelöst.
Das Essen hatten wir inzwischen bestellt. Es sollte frisch zubereitet sein, daher stellten wir uns auf Wartezeit ein – doch überraschend rasch standen dann Pommes und fantastische vietnamesische Fleischspieße vor uns. Geschmacklich ein Traum, beim Service dagegen noch deutliche Luft nach oben. Ich war etwas knurrig – nicht wegen Hunger, sondern wegen des doch recht holprigen Ablaufs.
Also fiel ein längeres Verweilen eher aus. Wir bestiegen wieder unsere Roller, machten noch einen Stopp in einem Coffeeshop, wo wir zunächst am Kaffee schnupperten und anschließend reichlich einkauften. Vollgepackt fuhren wir zur Roller Rüchgabe, gaben unsere Gefährte ab und machten uns dann auf einen gemütlichen 20-Minuten-Fußmarsch zurück zum Hotel.
Cocktail an der Strandbar ließen wir den Tag ausklingen.
Kleines Info:
Die runden Fischerboote in Vietnam, auch Thuyền thúng oder Korbboote genannt, sind traditionelle, korbähnliche Boote, die hauptsächlich zum Fischfang in Küstennähe und zur Überfahrt zu größeren Fischerbooten eingesetzt werden. Ihre runde Form erleichtert die Bewegung mit dem Meer, da sie eher über den Wellen gleiten, anstatt sie zu durchschneiden, und weniger zum Kentern neigen. Sie werden aus leichten Materialien wie Bambus gefertigt und sind besonders in Regionen wie Mui Ne und Hoi An zu finden.
Funktion: Die Boote werden hauptsächlich zum Fischen in Küstennähe und als Zubringer zu den größeren Fischerbooten genutzt. Einige Boote, wie die im Wasserkokonus-Wald von Hoi An, bieten auch touristische Fahrten an.
Historischer Kontext: Früher wurden diese Boote auch dazu genutzt, die vietnamesischen Steuern zu umgehen, da sie nicht als „Fischerboote“ im traditionellen Sinne galten.