Tagebuch 28.10. Teil I
Mit leicht verquollenen Augen, aber guter Laune sind wir heute Morgen in Lai Cai angekommen. Die Nacht im Zug war – sagen wir mal – ein bewegendes Erlebnis: rappelig, schwankend und lauter als gedacht. Dafür war die Kabine richtig gemütlich, mit tollen Matratzen – fast wie im Hotel, wenn da nicht das Gewackel gewesen wäre.
Trotz wenig Schlaf sind wir gut angekommen und sitzen nun beim Frühstück. Frisch gebrühter vietnamesischer Kaffee, ein paar neugierige Blicke, und wir fragen uns: Was wohl der dritte Tag in Vietnam für uns bereithält? Wir sind gespannt
Info:
Die Zugfahrt von Hanoi nach Lao Cai ist eine beliebte Nachtzugroute, die als Tor nach Sa Pa und in die umliegenden Bergregionen dient. Der Zug legt die Strecke von etwa 296 Kilometern zurück und bietet landschaftlich reizvolle Ausblicke auf Berge und Täler. Verschiedene Zuganbieter wie Vicsapa Train bieten die Fahrt an, teils mit luxuriöser Ausstattung.
- Route: Die Zugfahrt führt von Hanoi in die Provinz Lao Cai und ist besonders bekannt für die landschaftlich schöne Strecke durch Hügel und Täler.
- Reiseart: Es handelt sich hauptsächlich um eine Nachtzugroute.
- Ziel: Lao Cai ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in die Bergregionen, insbesondere nach Sapa.
- Erlebnis: Die Fahrt bietet oft einen Panoramablick auf die Landschaft und kann ein besonderes Erlebnis sein, da sie durch die Nacht führt und man oft in den frühen Morgenstunden in der Bergregion ankommt.
Tagebuch 28.10. Teil II
Gut gestärkt, schließlich muss man ja Kraft tanken für neue Abenteuer! Danach ging’s direkt weiter in die Berge, zum großen Markt in Can Cao. Schon die Anfahrt war wieder ein kleines Erlebnis für die Nerven: Roller, Autos, Lkw und Busse schienen alle gleichzeitig Vorfahrt zu haben. Manchmal blieb uns nur das Luftanhalten – und Staunen über die kreative vietnamesische Fahrkunst.
Der Markt selbst war ein echtes Spektakel! Schon beim Ankommen begrüßten uns Dutzende Wasserbüffel, Ziegen, Hühner und – ja, tatsächlich – kleine Hunde, alle fein säuberlich zum Verkauf aufgereiht. Zwischen den Marktzelten entdeckten wir dann alles, was das Herz (oder der Haushalt) begehrt: Werkzeuge, riesige Messer, Webwaren, bunte Kleidung, Haushaltsartikel, Gewürze – und natürlich jede Menge Essen und Trinken.
Der Markt hinterlässt aber auch negatives – Tierschutz ist ein Fremdwort – Ferkel in Plastiktüten, nur die Schnauze schaut raus damit sie Luft bekommen. Auch in Käfigen gequetscht stört niemanden. Wasserbüffel werden auf der Ladefläche getreten damit Platz gemacht werden kann. Kühe und Ziegen am Struck gezogen. Uns tat es in der Seele weh aber das ist hier Normalität.
Info:
Der Can Cau Markt ist ein traditioneller ethnischer Markt in der Provinz Lao Cai im Norden Vietnams, der jeden Samstag stattfindet. Er ist bekannt für sein lebhaftes Viehviertel, wo Wasserbüffel, Schweine und Pferde gehandelt werden, sowie für die Vielfalt an Handwerkskunst und landwirtschaftlichen Produkten der dort lebenden ethnischen Minderheiten wie der Mong und Giay. Der Markt ist eine wichtige kulturelle und wirtschaftliche Institution, die auch weniger überlaufen ist als der bekanntere Sonntagsmarkt in Bac Ha.
- Lage: Can Cau, Si Ma Cai Distrikt, Provinz Lao Cai, nahe der chinesischen Grenze. Dienstag von etwa 6 bis 12 Uhr vormittags.
- Der Markt ist berühmt für den Handel mit Wasserbüffeln und anderen Vieharten.
- Er ist ein Schmelztiegel der Kulturen verschiedener ethnischer Gruppen, die ihre traditionellen Handwerkskünste und Produkte verkaufen.
Auf dem Rückweg hielten wir kurz in Lai Cau an der Grenze zu China und konnten den kleinen Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern beobachten – spannend, wie geschäftig es dort zugeht!
Dann ging’s weiter nach Sa Pa, wieder mit einem Busfahrer, der anscheinend den Ehrgeiz hatte, die Serpentinen im Rekordtempo zu bezwingen. Aber: sicher angekommen!
Kaum ausgestiegen, führte uns der Weg auf einen wunderschönen Wanderpfad durch das Tal. Überall kleine Cafés und Restaurants, die zum Verweilen einluden, und die Aussicht auf die terrassenförmigen Reisfelder war einfach grandios.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich unser Hotel. Etwas müde, aber glücklich. Das Zimmer: fantastisch! Der Balkon: mit Blick über das ganze Tal! Und das Bier in der Hand: wohlverdient. So ließen wir den langen, ereignisreichen Tag entspannt ausklingen – umgeben von Ruhe, Natur und dieser herrlich gelassenen Atmosphäre