Schneegestöber, Gondelfahrten und Polarlichter

Heute war wieder ein klassisch gemütlicher Tromsø-Tag: Ausschlafen, Frühstück genießen – diesmal wirklich ausgiebig – und sich anschließend wieder in die Wintersachen einpacken. Man weiß ja, draußen wartet Schnee, Wind und vielleicht ein bisschen Magie.

Draußen schneite es immer mehr. Mal konnte man den Hafen nicht sehen, dann blitzte er wieder zwischen den weißen Flocken hervor. Auch der Berg von Tromsø versteckte sich mal hinter einer dicken Wolkendecke, mal zeigte er sich kurz. Seit Tagen hatten wir versucht, dort hochzukommen – natürlich nur bei Sternenhimmel, um die Polarlichter zu sehen. Aber das Wetter meinte es nicht immer gut mit uns: Wolken, Schneegestöber, immer wieder unruhige Aussichten.

Also verbrachten wir den Tag gemütlich mit Einkäufen. Meine Tochter Daniela wollte unbedingt Rentierfleisch und Rentierwürste mitnehmen – leider Fehlanzeige in allen Supermärkten. Resigniert entschied sie sich schließlich für andere norwegische Spezialitäten. Ich hielt mich außer bei den Süßigkeiten etwas zurück.

Gegen Abend stand dann die große Frage im Raum: Auf den Berg oder nicht? Heute, Samstag war unsere letzte Chance, also fuhren wir am Abend mit dem Bus zur Talstation. Beim Ticketkauf zuckten wir kurz mit der Kreditkarte – der Preis war… na ja, sagen wir mal „ein stolzes Abenteuer“ – aber wir dachten uns: „Wenn schon, denn schon!“ und legten die Karte hin.

Die Gondelfahrt dauerte keine zwei Minuten. Oben angekommen, tobte der Schneesturm. Wir mussten ein paar Stufen hoch und uns durch den Schnee kämpfen – gut, dass ich meine Spikes dabeihatte! Wir stampften durch den glitzernden Schnee, mal nach links, mal nach rechts. Zwischendurch gab es traumhafte Blicke auf Tromsø, und der Mond ließ alles silbern glitzern.

Und dann, mitten im Schneegestöber: eine Wolkenlücke! Und durch diese kleine Öffnung konnten wir ein Polarlicht sehen. Ein winziges Auge am Himmel, das langsam größer wurde. Selten hat man mich so selig gesehen.

Blick vom Fjelleisen auf Tromsö

Nach gut anderthalb Stunden gingen wir ins Gebäude, tranken einen Kaffee, wärmten uns auf und ließen die Eindrücke Revue passieren. Um 23 Uhr fuhr die letzte Gondel wieder runter. Wir gehörten glücklicherweise zu den ersten Fahrgästen, denn alle kamen bei der Talfahrt nicht mit. Anschließend hieß es: Warten auf den Bus zurück in die Stadt. Zum Glück hielt ein Taxi kurz vor unserer Nase und brachte uns schnell zurück ins Hotel.

Dort angekommen, noch ein kurzer Abstecher zum Imbiss, ein paar Snacks geholt, dann Bettzeit. Während die Koffer langsam immer schwerer wurden (meine Tochter schon 18 kg, ich nur 12 – also wurde was geht in meine Tasche gestopft), dachte ich noch ein bisschen über diesen gigantischen Tag nach.

Trotz Schneegestöbers, Gondelfahrten und kleinen Wartezeiten war es ein Tag voller Magie, und beim Einschlafen trudelte ich irgendwann in die wohlverdienten Träume – sicherlich mit einem leisen Glitzern der Polarlichter im Kopf.

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