Vom Nordkap nach Tromsø

Unsere Fahrt vom Nordkap nach Tromsø war genauso spannend wie die Anreise zum nördlichsten Punkt Europas. Der Blick zurück – dieser alte, fast ehrfürchtige Blickwinkel vom Nordkap hinunter zur Stadt Honningsvåg – hatte etwas Magisches. Man spürte förmlich die Geschichte des Ortes. Schon im Mittelalter ließen sich hier die Samen nieder – das indigene Volk des Nordens – in der Gegend um Honningsvåg und rund um die Fischergewässer der Barentssee.

Die Strecke war sehr kurvenreich, aber auch unglaublich schön – wir fuhren entlang der Fjorde, vorbei an steilen Hängen, spiegelnden Wasserflächen und kleinen Dörfern, die sich wie Farbkleckse in die Landschaft einfügten. Auch in luftiger Höhe bewegten wir uns wo es noch reichlich Schnee gab. Wasserfälle plätscherten am Straßenrand nieder gespeichert vom schmelzenden Schnee in den höheren Lagen.

Die Schneebedeckten Berge werden uns wohl noch eine ganze Weile begleiten.

Einen kurzen Halt legten wir in Alta ein. Die Stadt war ruhig, aber beeindruckend. Wir besichtigten die große Kirche – wie hieß sie noch gleich? Ich glaube, die Nordlichtkathedrale war’s. Modern, stilvoll, ein spannender Kontrast zur umgebenden Natur.

Unser nächstes Ziel war Burfjord, wo wir eigentlich auf dem Campingplatz übernachten wollten. Leider hat der uns nicht ganz zugesagt – vielleicht einfach nicht unser Stil. Also fuhren wir weiter an der Küste entlang und wurden schließlich doch noch fündig: Ein kleiner Hafen, ganz ruhig gelegen, mit Blick aufs Wasser. Genau das, was wir gesucht hatten – ein Ort zum Durchatmen.

Am nächsten Tag nahmen wir den direkten Weg nach Tromsø – und was soll ich sagen: Diese Stadt hat uns sofort in ihren Bann gezogen. Nicht nur im Winter, wenn die Polarlichter tanzen, sondern auch jetzt, zur Sommerzeit, ist Tromsø ein echtes Erlebnis.

Die gigantische Brücke, die auf die Insel Tromsøya führt, ist beeindruckend – fast ein Wahrzeichen. In der Altstadt spazierten wir zwischen alten Holzhäusern und kleinen Cafés, überall spürte man diese besondere Atmosphäre zwischen nordischer Gelassenheit und lebendigem Stadtleben.

Ein besonderes Highlight war die Eismeerkathedrale, deren Architektur uns sehr fasziniert hat. Inspiriert wurde sie von der Künstlerin Ida Turtumo (wenn ich mich recht erinnere). Leider konnten wir nicht hineingehen – sie war geschlossen – aber allein der Anblick von außen war eindrucksvoll.

Auch planten wir auf den Storsteinen, den Hausberg der Stadt, hinauf. Die Seilbahn war jedoch außer Betrieb, und die über 1200 Stufen der sogenannten Sherpa-Treppe wollten wir dann doch nicht bezwingen – der Blick vom Hafen aus musste genügen.

Stattdessen besuchten wir das Trollmuseum – klein, aber liebevoll gemacht, mit vielen faszinierenden Geschichten über die geheimnisvollen Wesen der norwegischen Folklore. Ein Ort für große und kleine Träumer. 

Am Abend gingen wir wunderbar essen. Es dauerte ein wenig, bis wir unser Hauptgericht bekamen, aber die Wartezeit wurde durch die gemütliche Atmosphäre mehr als wettgemacht. Die Speisen waren hervorragend. Das Restaurant war in einem alten Holzhaus untergebracht – wir hatten dort schon am Nachmittag einen Kaffee getrunken und uns gleich in das Ambiente verliebt.

Zum Abschluss borgten wir uns noch E-Roller aus, um über die Brücke zurück zur Unterkunft zu fahren. Zu Fuß wäre das ein weiter Weg gewesen – Fußmarsch ca. 40 Minuten –, und außerdem habe ich ein bisschen Höhenangst. Die Brücke ist ziemlich hoch, aber mit dem Roller war es eine schöne Lösung.

Nach zwei intensiven Tagen verließen wir Tromsø mit vielen Eindrücken im Gepäck – und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Die Lofoten. Heute sind wir angekommen – auf der Insel Rolla, wo unser nächstes Abenteuer beginnt.

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