Heute ist Freitag, der 13. Eigentlich ein Tag, an dem manche Menschen besonders vorsichtig sind. Und wenn ich ehrlich bin – ein kleines bisschen Pech hatte ich tatsächlich schon vorher.
Für heute Nachmittag war nämlich eine Langlaufstunde für Anfänger im Stadion von Tromsø geplant. Ich sah mich schon elegant durch den Schnee gleiten. Leider kam es anders. Bereits am zweiten Tag hatte ich beim Überqueren der Straße eine eher unsanfte Begegnung mit dem Eis – ich landete nämlich ziemlich direkt auf meinem Hinterteil. Dabei habe ich mir vermutlich mein Knie etwas verdreht.
Also entschied ich heute ganz vernünftig: Langlaufkurs abgesagt. Ich traute mich einfach nicht. Man muss sein Glück ja nicht überstrapazieren – schon gar nicht am Freitag, dem 13.
Meine Tochter reagierte allerdings sofort praktisch und besorgte mir Spikes für meine Winterstiefel. Kleine Wunderteile! Seitdem kann ich laufen, ohne ständig Angst zu haben, wieder einen unfreiwilligen Bodenkontakt zu machen.
Da wir nun also keinen festen Plan mehr hatten, wurde der Tag kurzerhand zum gemütlichen Tromsø-Bummeltag erklärt. Wir schlenderten durch die Stadt, schauten uns Sehenswürdigkeiten an und natürlich auch die Geschäfte. Meine Tochter geriet dabei ein bisschen in Kauflaune – verständlich, denn der Winter in Deutschland ist ja auch nicht gerade tropisch. Außerdem war hier gerade Ausverkauf.
Auch ich wurde schwach. Meine alten Lammfellhandschuhe sind inzwischen doch etwas in die Jahre gekommen und meine Finger meldeten sich immer öfter mit „Uns ist kalt!“. Also gönnte ich mir schöne Lederfäustlinge mit Lammfellfütterung. Und siehe da – plötzlich hatte ich warme Hände. Richtig warme Hände! Ein kleines Wunder.
Natürlich durften wir auch heute unseren Rentierburger-Stand nicht auslassen. Diesmal mussten wir nur etwa zehn Minuten warten – fast schon Luxus. Und was soll ich sagen: Sie schmecken einfach köstlich.
Zwischendurch begann es auch noch leicht zu schneien. Das verstärkte die ohnehin schon perfekte Winterstimmung noch einmal.

Am Nachmittag stand ein Besuch im Brauhaus von Tromsø auf dem Programm. Dort war ich im Sommer schon einmal mit meinem Mann gewesen und war damals schon begeistert. Das Brauhaus hat nämlich – man glaubt es kaum – über 72 verschiedene Biersorten.
Meine Tochter und ich probierten natürlich einige davon. Keine Sorge: Die Gläser sind hier deutlich kleiner als in Deutschland. Eine Maß oder gar einen Liter sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es 100 ml, 200 ml oder einen Viertelliter. Und das ist auch gut so – bei den Preisen würde man auf dem Münchner Oktoberfest der Bierkonsum rapide nach unten gehen.

So ließen wir den Nachmittag ganz gemütlich dahinfließen.
Für den Abend hatten wir diesmal kein Restaurant reserviert – was in Tromsø fast schon ein Abenteuer für sich ist. Die Stadt ist voller Touristen und Einheimischer, und einen Tisch zu bekommen ist oft gar nicht so einfach. Aber heute hatten wir Glück: Nach einer kurzen Wartezeit bekamen wir tatsächlich einen Tisch.
Das Restaurant war lebendig, warm und gemütlich – was nach einem kalten Tag draußen wirklich Gold wert ist.
Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende.
Meine Tochter hatte nämlich im Internet herausgefunden, dass es im Süden der Insel Tromsø einen Platz mit besonders guter Sicht auf den Sternenhimmel gibt. Also setzten wir uns kurzerhand in den Bus und fuhren dorthin.
Wir liefen durch einen Park am Strand – und tatsächlich: Sternenhimmel! Natürlich zückten wir sofort unsere Handys und Kameras.
Und siehe da – da waren sie wieder: die Polarlichter! Zuerst zögerlich aber dann,,,,,
Langsam bekamen wir richtig Übung im Polarlichter-Suchen. Trotz kräftigem Wind standen wir dort, schauten in den Himmel und genossen dieses unglaubliche Naturschauspiel.

Nach etwa einer Stunde waren wir allerdings doch ordentlich durchgefroren. Also machten wir uns wieder auf den Rückweg, erwischten den Bus zurück in die Stadt und gingen schließlich ins Hotel.
Dort lasen wir noch ein wenig – und fielen dann, von der vielen frischen Luft und den Erlebnissen des Tages, in einen tiefen und sehr zufriedenen Schlaf.