Jetzt bin ich also offiziell ein Jahr älter – Auf Polarlicht-Safari

Ja, nun ist es passiert: Ich bin ein Jahr älter. Seit gestern sogar ganz offiziell 75. Aber wenn ich ehrlich bin – es fühlt sich immer noch nicht danach an. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerade im hohen Norden unterwegs bin, durch Schnee stapfe und nachts in den Himmel nach Polarlichtern schaue. Das hält offenbar jung.

Nach dem aufregenden Geburtstag mit der himmlischen Polarlicht-Show ließen wir es heute etwas gemütlicher angehen. Das Frühstück schmeckte gleich noch einmal so gut, wenn man weiß, dass der Himmel einem am Vorabend ein solches Geschenk gemacht hat.

Natürlich dauerte das morgendliche Anziehen wieder seine berühmten zehn Minuten. Das volle Programm: erst kurze Unterwäsche, dann lange Unterwäsche, Pullover, Hose, Winterjacke, Schal, Mütze, Handschuhe, dicke Socken und Stiefel. Wenn man fertig ist, fühlt man sich zwar etwas unbeweglich – aber dafür absolut wintertauglich.

Heute wollten wir uns noch ein bisschen mehr von Tromsø und Umgebung nschauen. Also schlenderten wir wieder durch die Straßen, entdeckten neue Ecken, schauten in Geschäfte und genossen einfach diese besondere Winteratmosphäre. Auch war Bus fahren wieder angesagt – ab in den Norden der Insel. Überall Schnee, klare Luft und eine Stadt, die irgendwie gemütlich wirkt, obwohl sie mitten im arktischen Winter steckt.

So verging der Tag entspannt, mit viel Staunen, kleinen Entdeckungen. Doch heute Stand noch das Geburtstagsgeschenk von Daniela an. Eine Polierlichtsafari.  

Also standen wir am Abend geschniegelt und geschniegelt – na gut, eher dick eingepackt wie zwei wandelnde Schneemänner – an der Bushaltestelle und warteten gespannt darauf, was uns erwartet. Heute reichte die normale Winterkleidung nämlich nicht mehr aus. Schneehose, noch eine Schicht mehr, dicke Handschuhe, Mütze – kurz gesagt: Alles, was der Kleiderschrank hergab.

Unser Guide begrüßte uns und erklärte die Tour – zum Glück sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch. Für mich war das sehr beruhigend, denn mein Englisch ist… sagen wir mal… ausbaufähig.

Wir lernten also erst einmal, wie das mit den Polarlichtern überhaupt funktioniert und wie man sie entdeckt. Man braucht einen glasklaren Himmel, also viele Sterne. Und auf der Sonne muss zuvor ordentlich etwas los gewesen sein – mit Explosionen und hoher Aktivität. Erst dann haben die Polarlichter Lust, sich zu zeigen.

Also fuhren wir los. Und zwar richtig los. Ganze zwei Stunden ging es mit dem Bus Richtung Süden – durch eine verschneite Landschaft, die immer einsamer wurde. Fast schon wie eine kleine Expedition.

Dann plötzlich die Durchsage: „Es wurden Polarlichter entdeckt“ – da fahren wir jetzt hin!“

Alle waren sofort hellwach.

Nach kurzer Fahrt durften wir ausstiegen und stapften durch hohe Schneeberge in eine kleine Waldlichtung. Dort standen wir nun und blickten in den Himmel. Zum Glück wussten wir ja inzwischen: Mit bloßem Auge sieht man oft nicht so viel – die Magie zeigt sich erst richtig durch die Kameralinse.

Und tatsächlich – sie kamen!

Erst zarte Streifen, dann mehr und mehr. Unser Guide erklärte uns, worauf wir achten müssen und warum sie sich manchmal bewegen wie tanzende Schleier am Himmel.

Wir verbrachten gut zwei Stunden dort draußen. Zwischendurch wärmten wir uns am Lagerfeuer und mit heißem Tee, dann ging der Blick wieder nach oben.

Die Polarlichter kamen in Wellen: Mal war der Himmel ganz ruhig – und plötzlich tauchten wieder grüne Bögen auf. Dann kleine Streifen. Und auf einmal spannte sich ein grüner Schleier über den ganzen Himmel. Es war einfach wunderschön.

Ein Erlebnis, das ich ganz sicher nie vergessen werde. Dankeschön

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