Tagebuch 6.11. Donnerstag
Kaum wach lasen die nachrichten in Deutschland wo über den Taifun berichtet wurde.
„Der heftige Taifun »Kalmaegi« hat nach den Philippinen inzwischen Vietnam erreicht und auch dort schwere Schäden angerichtet. Mindestens fünf Menschen seien ums Leben gekommen und weit über 2000 Häuser beschädigt worden, teilte die Regierung mit. Mehr als eine halbe Million Menschen waren vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Besonders schwer betroffen war die südliche Küstenregion Binh Dinh. Es kam zu weitflächigen Stromausfällen, Bäume wurden entwurzelt, zudem wurden viele Flüge gestrichen. Auch Bahnlinien waren betroffen. Die Behörden hatten die Bevölkerung aufgefordert, möglichst in den Häusern zu bleiben.“
Alles richtig gemacht und Erleichterung machte sich breit
Am Morgen erwartete uns Hung, unser neuer Reiseführer für Saigon. Er erklärte uns erst einmal, wie der Tag ablaufen würde – schließlich waren wir ja mal wieder einen Tag zu früh angekommen. Also musste ein Ersatzprogramm her, damit wir die Zeit bis zum Hotelwechsel am Nachmittag irgendwie sinnvoll und halbwegs organisiert überbrücken.
Der Vorschlag: Besuch der Cu-Chi-Tunnel.
Ein Pärchen aus unserer Gruppe hatte die Tour ohnehin schon gebucht – und so nahm Hung uns alle unter seine Fittiche, damit niemand verloren geht (was nach dem gestrigen Flughafen-Abenteuer wirklich beruhigend war).
Die Fahrt zu den Tunneln dauerte rund anderthalb Stunden. Angekommen hieß es erstmal: orientieren. Und dann ging’s los – eine kleine Wanderung durch das Gelände. Spaziergang wäre eindeutig zu freundlich ausgedrückt. Zwischen Bäumen, Bombenkratern und historischen Bunkern gingen wir von einer Station zur nächsten und bekamen einen eindrucksvollen, aber auch bedrückenden Einblick in die Grausamkeit des Krieges und die unglaubliche Einfallsreichtum der Vietcong.
Am frühen Nachmittag verließen wir das Gelände wieder. Zeit für den nächsten Akt unseres Reisetheaters: Hotelwechsel Nummer … keine Ahnung mehr. Diesmal in das Hotel, das eigentlich von Anfang an vorgesehen war.
Wieder im Zimmer angekommen, hieß es natürlich: Koffer auspacken – das mittlerweile ungeliebte Ritual dieser Reise. Mittlerweile könnten wir es blind, aber es nervt trotzdem einfach immer mehr.
Nach einem kleinen Schläfchen und einer erfrischenden Dusche machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Über überfüllte Straßen, vollgestopfte Gehwege und das übliche Verkehrschaos – man könnte fast meinen, die ganze Stadt hätte sich versammelt – kämpften wir uns tapfer voran und gelangten schließlich doch irgendwie in die City.
In der Nähe vom Rathaus und der Oper, entlang einer breiten Allee, die hinunter zum Fluss führte, entdeckten wir ein sehr nettes Lokal, in dem auch viele Einheimische eifrig aßen. Das Essen war köstlich – wir fühlten uns fast wie lokale Feinschmecker auf Mission.
Gut gesättigt und glücklich machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Hotel – ohne uns zu verlaufen, was nach den heutigen Abenteuern fast ein kleiner Sieg war.
Alles in allem ein toller Tag, voller neuer Eindrücke, nützlicher Informationen und einer guten Portion Spaß. Mal sehen, was der morgige Tag für uns bereithält!
Information zu den ….
Die „Saigon-Tunnel“ beziehen sich in der Regel auf die
Củ Chi-Tunnel, ein komplexes unterirdisches Tunnelnetzwerk, das während des Vietnamkriegs vom Vietcong genutzt wurde und etwa 35-60 km außerhalb von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) liegt. Diese Tunnel dienten als militärische Basis und boten eine unterirdische Welt, in der Kämpfer lebten, arbeiteten und sich versteckten. Es gibt auch eine modernere Thu Thiem-Tunnel unter dem Saigon-Fluss, der als Autobahntunnel die Stadt mit einem neuen Stadtgebiet verbindet.
Củ Chi-Tunnel
Besonderheiten: Die Tunnel wurden durch Fallen und versteckte Eingänge gesichert, die für Touristen angepasst wurden, um sie sicherer zu machen. Besucher können einige Abschnitte durchkriechen, obwohl sie für Touristen breiter und sicherer gemacht wurden.
Historischer Kontext: Ursprünglich ab 1948 begonnen, wurden die Tunnel während des Vietnamkriegs zu einem riesigen Netzwerk erweitert, das Schätzungen zufolge über 200 Kilometer lang war und verschiedene Ebenen hatte.
Funktion: Das Tunnelsystem diente als Versteck, Waffenlager, Kommandozentrale, aber auch als Wohnraum mit Krankenhäusern, Küchen und Schulen.
Touristische Attraktion: Heute ist ein Teil des Systems für Besucher zugänglich gemacht und dient als Gedenkstätte und Museum, das Einblicke in die Geschichte des Krieges bietet.